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 F> Wie würden Sie beschreiben, die Lage der sozialen Gerechtigkeit in Kroatien aus der Perspektive der politologischen Forschungen?
A> Das Konzept der gesellschaftlichen Gerechtigkeit hängt von denselben Werten ab. Bis 1990 hatte das Konzept der sozialen Gerechtigkeit eine ganz andere, nicht nur ideologische sondern auch empyrische Bedeutung, im Vergleich mit der Zeit nach den ersten Demokratiewahlen, bei den die Transitionsprozesse berücksichtigt werden mussten. Der Begriff der sozialen Gerechtigkeit in den Ländern die vorher "sozialistisch" gennant wurden, war zur dieser Zeit ein Teil des ideologischen Konzeptes der Gleichheit, das zwischen der Theorien "jedem nach seinen Bedürfnissen" und "jedem nach den Möglichkeiten" (der Gesellschaft) variierte. Innerhalb dieses Konzeptes, was die ehemalige Jugoslawische Gesellschaft betraf, versuchte man das Problem der sozialen Gerechtigkeit in Verbindung zum höchsten und niedrigsten Einkommmen zu setzen. Wie ich mich erinnere, war das übliche Verhältnis 1 zu 4 oder 1 zu 7. Alles was 1 zu 7 übertraf, verursachte die scharfsten Reaktionen, aber trotzdem war das Verhältnis 1 zu 4 viel üblicher.

F> Die ersten Demokratiewahlen verursachten die Außösung des sozialistischen Systems, und der bisherigen Vorstellungen der sozialen Gerechtigkeit.
A> Nach dem Jahr 1990 war die Vorstellung vollig verändert, weil bei uns die Ideen der liberalen Demokratie in ihrer schlimmsten Form erscheinten: jeder hatte Recht auf maximale Leistung die unter gewissen Bedingungen erzielt werden konnten, jeder Mensch war der Schmied seines Glückes, der menschliche Erfolg oder Mißerfolg waren ausscließlich die Sache des einzelnen Mensches und er ist selbst für die verantwortlich. Die Idee des sozialen Staates, sowohl anwesend in den Papieren der verschiedenen politischen Parteien, als auch in unserer Verfassung, war nie vorgestellt wie Erschaffungsprozess eines Wertsystems. Die Leute waren bis Jahr 1990 mit der Tatsache irgend jemandes Reichtums iritiert ( zugleich "satt"), und nach diesem Jahr waren sie hungrig aber ganz nah an den unvorstellbaren Reichtum. Der neue Wertsystem war noch nicht ausgebaut, und jede Durchsuche irgend jemandes Reichtums oder der Quelle dieses Reichtums wurde mit den bekannten Worten abgelehnt: " Es gibt kein Sozializmus mehr, es gibt keine Selbstverwaltung mehr".

F> Die Schlagzeile in der neuesten Auflage einer kroatischen Tageszeitung spiegelte die Absichten der Regierung : Die Bürger müssen sich selbst um ihre soziale Sicherheit kümmern, als ob sie damit sagen wollten, daß die Regierung zu viel Geld für diesen Zweck ausgab.
A> Ich habe nicht diese Artikel durchgelesen und weiß nicht ob die Regierung wirklich solche Nachricht absendete, die ziemlich einfach ausschaute, aber hatte hochnehmende Bedeutung. Wir müssen die Tatsache berücksichtigen, daß Kroatien genau wie die anderen Länder des Osteuropas, nicht in den jahrhundert Zusammenstößen der Arbeit, der Kampf um die achtstundige Arbeitszeit, dem Mißbrauch der Kinderarbeit, der ursprünglichen Akumulation von Kapital und in allen Ereignissen bei den Proleteriat der westlichen Länder im achtzehnten, neunzehnten und in

Nach dem Jahr 1990 war die Vorstellung vollig verändert, weil bei uns die Ideen der liberalen Demokratie in ihrer schlimmsten Form erscheinten: jeder hatte Recht auf maximale Leistung die unter gewissen Bedingungen erzielt werden konnten...

der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts beteiligt war. In Kroatien genau wie in den anderen Ländern der ehemalige Jugoslawien, wechselte man von einem fast feudalen Gesellschaftsystem, ins system der staatlichen Überwachung der sozialen Sicherheit. Das psychologische Bindegewebe eines Verantwortungsystems zur Arbeit, und die Vorstellung, daß der Mensch von seiner Arbeit leben muß, wurde nicht ausgewachsen. In diesem Kontext ist solche Nachricht sinnvol, weil den Leuten aufmerksam macht, daß sie nicht nur an den Staat verlassen sollten, sondern auch auf eigenen Kräfte. Auf der anderen Seite, wegen der höhen Zahl der Arbeitslosen und der Leuten die selbst keinen Schuld haben um ihre Existenz nicht versichern zu können, die Regierung sollte noch zwei klare Nachrichten an die Bevölkerung abzusenden: erstens, solchen Bedingungen zu schaffen damit die Menschen selbst die Verantwortung für ihre Existenz tragen können, und zweitens, die Leute die mit ihrer Arbeit keine Existenz ihrer Kinder versichern können, dürften nicht machtlos verlassen werden.

F> Wie bewußt ist die kroatische Öffentlichkeit und die politischen Parteien, über den Bedarf für die Investierung in die wissenschaftlichen Forschungen?
A> Alle Forschungen auf der Welt zeigten, daß die langfristige Beiträge für die Wissenschaft bestens belohnten und bezinsten Investierung ist. Es ist sehr schwer in Kroatien eine Partei zu finden, die wenigstens mittelfristig, wen nicht langfristig überlegt. Mit diesen kurzfristigen Überlegungen erreichen die Politiker sogar die nächste Wahl nicht, und die sind nur kurzfristigen Ziele in der Tageskampf um die Macht. Das Schulsystem und die Wissenschaft stellen nur einen winzigen Teil des Wahlkörpers, und dabei sehen die Parteien nicht ihr unmittelbares Interesse. Mit nur 1% ihres nationalen Produktes für die Wissenschaft, was man natürlich nicht mit den Beiträgen der reichen Länder vergleichen kann, aber fast zehn mal weniger als die Länder der EU, zeigt uns alles.Das einzige Kapital, das Kroatien besitzt ist Menschenkapital und dieses Kapital lohnt sich am besten. Mit 5 bis 6 prozent der hoch ausgebildeten Leuten im Vergleich mit 12 bis 20 prozent in den anderen Ländern, diese ausgebildeten Leute haben keine gelegenheit ihre Kenntnise in die neuen Werte zu verwandeln. Was können wir dann erwarten? Mit unserem Schulsystem das wenigstens zur mittleren Akademiestufe nicht untergeordnet ist im Vergleich mit dem europäischen, und in einigen Aspekten sogar überlegend ist, wir können im besten Fall die "Ausfuhr" unserer besten Leuten erwarten, vor allem im Bereich der biotechnischen Wissenschaften, und die übrigen Gesellschaft orientierten Fachmänner, wie ich persönlich, können wir wie die Quelle der unzufriedenen Quasiintellektuellen benützen.

F> Wie beobachten sie die zukunftige Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit in Kroatien?
A> Wir müssen immer wissen welche minimale Stufe der existenzialen Bedingungen zu berücksichtigen.Auf einer niedrigen Ebene der existenzialen Bedingungen, das Problem der sozialen Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit könnte zur sozialen Massenbewegung und Revolution werden, und der offensichtliche Beispiel ist die Zeit von der Oktoberevolution weiterhin. Auf der Ebene des gesellschaftlichen Reichtums der westeuropäischen Länder, SAD und Japan, die Stimulation für solchen Bewegungen ist einfach nicht anwesend. Es stellt sich die Frage, ob die minimale existenzielen Bedingungen in Kroatien genügend sind, um die Verbreitung der sozialen Unruhen zu verhindern. Hinter diesem Begriff steht die soziale Gerechtigkeit, wie so gennanter "Überbau".

F> Erwartem sie die schnellen Veränderungen?
A> Manche Prozesse sind universal und können nicht übersprungen werden, einige Regel sind einfach gültig. Manchmal nehme ich Zitate von Darendorf der im Jahr 1990 sagte, daß das politische System innerhalb 6 Monate verändern kann; während der Zeit als die neuen Gesetze und die neue Verfassung vorgestellt werden können, daß das Wirtschaftssystem in 6 Jahren verändern kann, aber die Schöpfung einer zivilen Gesellschaft

Es stellt sich die Frage, ob die minimale existenzielen Bedingungen in Kroatien genügend sind, um die Verbreitung der sozialen Unruhen zu verhindern. Hinter diesem Begriff steht die soziale Gerechtigkeit, wie so gennanter "Überbau".

und der entsprechenden politischen Kultur bis zu 60 Jahre dauert. Eine neue Generation muß entstehen, die sich unter den neuen gesellschaftlichen Bedingungen zurechtfindet. In Kroatien waren diesen Prozesse objektiv gebremst, wegen der Kriegsbedingungen, und aus diesem Grund sind wir hinter den Transitionsländern 5 bis 6 Jahre. Die alte Regierung trotzallen negativen Eindrücken die sie hinter sich gelassen hat, hatte die Berechtigung für ihre Fehler. Der politische Diebstahl bei dem die neuen Strukturen des Eigentums aufgewachsen wurden, hatten keine Berechtigung, aber Berechtigung gab es für den Verlust von einigen traditionellen Märkten und veraltung der Tchnologie..

F> Kann man die potentiellen Vorbilder bei den Themen der sozialen Gerechtigkeit suchen?
A> Slowenien und Ungarn bestätigen die Darendorfs Theorie über 6 Jahre die nötig sind um den Wechsel des Wirtschaftsystems, ab moment der Transition bis zur stärkeren Entwicklung. Von 1990 bis 1996 Slowenien hatte ihren nationalen Produkt etwas unter der Werten des neunzigen Jahres, und nach dem Jahr 1996 erlebte Slowenien starken Wachstum. Ähnlich war auch in Ungarn. Wir können in Kroatien trotzallen Dummheiten der Racan Regierung ,die Entwicklung erwarten, dank dieser ober gennanten Wahrscheinlichkeit und nicht dank der Regierung.

F> Wollen Sie irgendeinen Aspekt des gesellschaftlichen Augenblickes in Kroatien erwähnen, den wir vergessen haben?
A> Das Schlussproblem in Kroatien heutzutage ist das Gefühl der Apatie, der Hoffnungslosigkeit und der Hilfslosigkeit. Es gibt keine schlimmere Beurteilung der gesellschaftlichen Situation. In so einer Situation die verschiedenen Manipulationen sind möglich, und die Leute sind unter dem Einßuß, und die nehmen eine Idee unkritisch an. Den Leuten muß man zeigen, daß die Chancen vorhanden sind , und daß wir die Herausforderungen in allen Spheren der Gesellschaft annehmen müssen. Das müssten tun die Leute die unseren Staat führen, die sind zwar wenige, glauben Sie oder nicht, das sollten Medien auch tun. In den Momenten der Krise sind die grösen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung anwesend. Das Problem ist ob wir diesen Möglichkeiten den Verantwortlichen oder Unwerantwotlichen Leuten überlassen werden, aber die Verantwortung liegt auf der ersten Stelle bei uns.

Es stellt sich die Frage, ob die minimale existenzielen Bedingungen in Kroatien genügend sind, um die Verbreitung der sozialen Unruhen zu verhindern. Hinter diesem Begriff steht die soziale Gerechtigkeit, wie so gennanter "Überbau".