Eine Mehrzahl an verwandten Theorien, die alle eindimensionalen Gerechtigkeitstheorien über Vermögensverteilung nach einem einzigen Kriterium ablehnt. Die Pluralisten gehen davon aus, dass die in einer Gesellschaft zur Verfügung stehenden Güter sehr unterschiedlich sind, so dass für jeden ein spezifisches Verteilungskriterium entwickelt werden muss. Es gibt unterschiedlichste Gerechtigkeitssphären, in denen unterschiedlichste Kriterien gelten, nach welchen dann zu bestimmen ist, was bei der Verteilung moralisch vertretbar ist. Um ein gerechtes Ergebnis zu erzielen darf ein Kriterium, das in einer Sphäre Gültigkeit besitzt, nicht auf eine andere übertragen werden. So müssen z.B. Belohnung und Strafe nach Verdienst verteilt werden, die Geschäfte nach Fähigkeiten, politische Funktionen nach demokratischen Beschlüssen der Gemeinschaftsmitglieder, medizinische Pflege nach Bedürfnissen, Einkommen nach Effizienz usw. Sollte es vorkommen, dass jemand durch sein Geld (das als Effizienzmaßstab gilt) oder durch seine politische Position Einfluss darauf nimmt, wie viele Güter er aus einer anderen Sphäre einnimmt (z.B. indem er mit Hilfe des Geldes oder der politischen Macht eine Belohnung oder einen Freispruch erwirkt), dann ist die Gerechtigkeit grob verletzt worden. Wenn es zu keiner Störung der Sphärenabhängigkeiten kommt, werden immer einige Einzelpersonen in jeder von diesen Sphären besser abschneiden als die anderen, aber es werden mit großer Wahrscheinlichkeit in allen Sphären nicht immer die gleichen Personen sein. Auf diese Weise verknüpft der Pluralismus eine Mehrzahl von kleineren und spezifischen Ungleichheiten mit einzelnen Sphären, nicht aber mit einer großen, in welcher der Erfolg eines Einzelnen aus einer Sphäre (z.B. Geld- oder Politiksphäre) zum Erfolg in allen anderen Sphären werden könnte. Dadurch soll jedem eine angemessene Chance zum eventuellen Erfolg gegeben und der problematische Aspekt der Gleichstellung vermieden werden.

Die Hauptvertreter dieser Theorie: Michael Walzer, David Miller.

   
   
  John Rawls
  Ronald Dworkin
  Der rechte Libertinismus
Der linke Libertinismus
  Utilitarismus
  Pluralismus
  Der strikte Egalitarismus